Weil Gutschein nicht gleich Gutschein ist….

Registrierkassenpflicht - Weil Gutschein nicht gleich Gutschein ist....

Weil Gutschein nicht gleich Gutschein ist….

Wussten Sie, dass die Beurteilung, ob der Umsatz aus dem Verkauf eines Gutscheins registrierkassenpflichtig ist oder nicht davon abhängt, um welche Art von Gutschein es sich handelt?

In diesem Zusammenhang wird bei entgeltlichen Gutscheinen (also bei Gutscheinen, für die der Käufer der Gutscheine bezahlt) zwischen einem 

  • Wertgutschein und
  • einem sonstigen Gutschein

unterscheiden.

Die Unterscheidung zwischen entgeltlichen und unentgeltlichen Gutscheinen (Gratisgutscheinen) ist deshalb an dieser Stelle wichtig, weil es in diesem Artikel ausschließlich um entgeltliche Gutscheine geht.

Also, was ist nun der Unterschied zwischen einem Wertgutschein und einem sonstigen Gutschein?

 

Wertgutscheine

Registrierkassenpflicht-Wertgutschein

WertgutscheineGeschenkbons und Geschenkmünzen sind Gutscheine, die ein Unternehmer verkauft und die den Einlöser zum späteren Bezug von Waren nach freier Wahl oder nicht konkretisierten Dienstleistungen des Gutscheinausstellers berechtigen.

Wenn Sie als Unternehmer Ihren Kunden also Gutscheine für Ihre Produkte oder Dienstleistungen verkaufen (zB. einen Gutschein über EUR 50,–), dann ist das ein Wertgutschein.

 

Sonstige Gutscheine

Registrierkassenpflicht-GutscheinWird im Zuge eines Gutscheinverkaufs ein Produkt oder eine Dienstleistung aber ganz eindeutig definiert, dann handelt es sich um einen sonstigen Gutschein. Wenn Sie als Unternehmer also beispielsweise eine 30-minütige, klassige Massage in Form eines Gutscheins verkaufen, dann handelt es sich um einen sonstigen Gutschein.

Zur Konkretisierung reicht übrigens die genaue eindeutige Bezeichnung der Art der Lieferung oder sonstigen (Dienst-)Leistung. Der Zeitpunkt der Leistungserbringung,  also der Tag, an dem der Gutschein einzulösen ist, muss nicht angeführt oder bereits vereinbart werden.

Um kurz auf das Beispiel mit dem Gutschein für eine 30-minütige, klassige Massage zurückzukommen:
Es ist nicht erforderlich, dass der Termin für die Einlösung dieses Gutscheins bereits vereinbart wird. Die klare Präzisierung Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung reicht aus, dass es sich um einen sonstigen Gutschein handelt, der eben umgangssprachlich – genau wie der Wertgutschein – oft nur „Gutschein“ genannt wird.

Nun wissen Sie, in welchem Fall es sich bei einem Gutscheinverkauf um einen Wertgutschein oder um einen sonstigen Gutschein handelt.

 

So… und nun zu den Unterschieden

Wertgutschein

Wenn Sie nun einen Wertgutschein verkaufen, dann zählt der Umsatz – also der Umsatz aus diesem Gutscheinverkauf –  nicht zu den Barumsätzen. Das heißt, diesen Umsatz müssen Sie nicht in der Registrierkasse erfassen.

Nachdem es sich aber um einen Bareingang handelt (der Käufer bezahlt ja für den Gutschein), besteht Einzelaufzeichnungspflicht.

Einzelaufzeichnungspflicht bedeutet, dass Sie als Unternehmer jeden Umsatz (Betriebseinnahme) und jede Betriebsausgabe laufend erfassen und täglich einzeln aufzeichnen müssen (außer Sie fallen als Unternehmer unter eine der Ausnahmen der Barumsatzverordnung).

Der Verkauf eines Wertgutscheins unterliegt übrigens auch nicht der Umsatzsteuer (weil es zu keiner unmittelbaren Lieferung oder Leistung kommt).

 

Wenn Sie den Verkauf eines Wertgutscheins, also den Bareingang über Ihr Registrierkassensystem abwickeln, dann müssen Sie diesen Umsatz als „0-Umsatz“, „Bonumsatz“ oder als „0%-Umsatz“ im System erfassen. Denn Ihr Registrierkassensystem muss ja „wissen“, dass es sich nicht um einen Barumsatz handelt.

Weiters müssen Sie dem Käufer einen Beleg ausstellen (Belegerteilungspflicht), der zumindest folgende 5 Bestandteile ausweist:

  • ein­deu­tige Be­zeich­nung des Leistenden (=Ihre Daten als Unternehmer)
  • fort­lauf­ende Num­mer des Geschäftsfalles
  • Datum der Aus­stel­lung
  • handels­übliche Be­zeich­nung, Art und Menge der er­brach­ten Leis­tung
  • zu zahlender Betrag

Die Erfassung von Verkäufen von Wertgutscheinen in Ihrem Registrierkassensystem ist aber durchaus sinnvoll, weil Sie dadurch eine lückenlose und sicherheitstechnische Aufzeichnung aller Bareingänge haben. Zudem entfällt die zusätzliche Aufzeichnung dieser Bareingänge, weil Sie durch die Erfassung des Wertgutscheinverkaufs in Ihrem Registrierkassensystem auch die Einzelaufzeichnungsplicht erfüllen.

 

Wenn dieser Wertgutschein nun eingelöst wird, dann gilt diese Einlösung als Barumsatz. Dieser Barumsatz ist registrierkassenpflichtig. Das heißt, dass bei der Einlösung eines Wertgutscheins alle drei Pflichten bestehen 

  • Einzelaufzeichnungsflicht – Sie müssen den Geschäftsfall in Ihren Büchern (Ihrer Buchhaltung) aufzeichnen
  • Registrierkassenpflicht – Sie müssen die Einlösung in Ihrem Registrierkassensystem erfassen
  • Belegerteilungspflicht – der Einlöser muss einen Beleg mit den 5 oben angeführten Mindestbestandteilen bekommen 

Auch hier erfüllen Sie die Einzelaufzeichnungspflicht wieder durch die Erfassung des Barumsatzes in Ihrem Registrierkassensystem.

Für alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer unter Ihnen – bei der Einlösung eines Wertgutscheins fällt dann auch die Umsatzsteuer an.

 

Sonstiger Gutschein

Wenn Sie als Unternehmer sonstige Gutscheine verkaufen, also Gutscheine, bei denen ein Produkt oder eine Diensteistung aus Ihrem Angebot schon ganz klar spezifiziert ist, dann ist bereits der Verkauf dieses sonstigen Gutscheins als registrierkassenpflichtiger Barumsatz in Ihrem Registrierkassensystem zu erfassen.

Für die umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer unter Ihnen – beim Verkauf eines sonstigen Gutscheins ist auch die Umsatzsteuer auszuweisen.

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